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Böyle bir başlık bulamadım. O yüzden açmak istedim.Eğer mevcut ise oraya taşınıp bu konu silinebilir.
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Manipulationsskandal in der Türkei: Die Suche nach einem Meister - Fussball Nachrichten - NZZ.ch
Manipulationsskandal in der Türkei
Die Suche nach einem Meister
Tobias Schächter Heute, 25. Juni 2014, 10:00
Aziz Yildirim, der Präsident von Fenerbahce Istanbul, darf sich neu verteidigen. (Bild: Imago)
Fenerbahce Istanbul soll den Titel 2011 gekauft haben. Das zumindest sah ein türkisches Gericht als erwiesen an. Nun hat Ministerpräsident Erdogan interveniert, und der Fall wird neu aufgerollt.
Die Entscheidung des 13. Istanbuler Zivilgerichts, das Manipulations-Verfahren aus der Süperlig-Saison 2010/11 erneut aufzurollen, hat in der Türkei für grosses Aufsehen gesorgt. Spätestens mit der Absetzung der sogenannten «Sondergerichte» durch die Regierung Erdogan im Februar war die nun beschlossene Neuaufnahme des Prozesses gegen die bereits verurteilten Akteure des türkischen Fussballs aber nicht mehr überraschend. Wie das Gericht in Istanbul mitteilte, bleiben die Urteile gegen die Angeklagten rechtskräftig, die Gefängnisstrafen aber werden bis zum Ende der Neuverhandlungen ausgesetzt.
Gekaufter Titel?
Die Verurteilten, darunter Aziz Yildirim, der Präsident von Fenerbahce Istanbul, können sich nun neu verteidigen. Yildirim war zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Ihm wird die Bildung und Führung einer kriminellen Bande vorgeworfen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Fenerbahce den Meistertitel 2011 gekauft hat. Ein Revisionsgericht bestätigte diese Sichtweise, die sich auch die Uefa zu eigen machte, die Fenerbahce für mindestens zwei Spielzeiten aus allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen hat. Hoffnungen der Anhänger, der Klub könne nach der neuesten Entwicklung als gegenwärtiger Meister nun an der kommenden Champions League teilnehmen, entbehren aber jeder Grundlage, da die auch vom Internationalen Sportgerichtshof bestätigten Urteile rechtskräftig bleiben.
Anfang Juni erst verbannte die Uefa die türkischen Klubs Eskisehirspor und Sivasspor wegen deren Verwicklung in den Manipulationsskandal von der Teilnahme an der kommenden Europa League. Im neuen Prozess, so Beobachter, gehe es vor allem darum, Präsident Aziz Yildirim einen erneuten Gefängnisaufenthalt zu ersparen.
Worin die Grundlage für eine Neuverhandlung liegt, liess das Istanbuler Gericht im Ungefähren. Viele Beobachter sehen im Aufrollen des Prozesses einen politischen Akt. Fenerbahce und Yildirim haben sich im Verlauf des Skandals als Opfer einer politischen Verschwörung inszeniert. Genauso wie Ministerpräsident Erdogan, nachdem Ende vergangenen Jahres Korruptionsskandale gegen hochrangige Mitglieder der Regierung ans Licht gekommen waren. Äusserungen von Fenerbahce-Funktionär Mahmut Uslu im Januar suggerierten, Ministerpräsident Erdogan habe dem einflussreichen Klub und Yildirim versprochen, der Fall könne neu aufgerollt werden.
Der türkische Fussballverband ignorierte die Strafgerichtsurteile und behauptete, es hätten keine «erfolgreichen Manipulationen» stattgefunden. Handstreichartig änderte der Verband sogar seine Regularien, nach denen Vereine, die der Manipulation überführt werden, absteigen müssen. Bis heute wurde Fenerbahce der Meistertitel 2011 nicht aberkannt.
Trabzonspor wehrt sich
Gegen die Neuansetzung des Verfahrens wollen nun die Anwälte von Trabzonspor klagen, der Klub war 2011 Vizemeister. Trabzonspor arbeitet mit zwei Anwaltskanzleien aus der Schweiz zusammen und erhöhte jüngst den Druck auf Uefa und Fifa. Sollte der türkische Verband weiter nicht handeln, müsste die Uefa intervenieren. Laut einem Beschluss während des jüngsten Uefa-Kongresses in Kasachstan im März sei dies möglich, glauben die Juristen von Trabzonspor. Der Klub hat den Verband bei der Uefa wegen Untätigkeit angezeigt und droht damit, die Uefa zu verklagen, sollte der Kontinentalverband nichts in der Türkei unternehmen. Bis zum 17. Juli erwarten die Anwälte von Trabzonspor eine Entscheidung der Uefa.
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Manipulationsskandal in der Türkei
Die Suche nach einem Meister
Tobias Schächter Heute, 25. Juni 2014, 10:00
Aziz Yildirim, der Präsident von Fenerbahce Istanbul, darf sich neu verteidigen. (Bild: Imago)
Fenerbahce Istanbul soll den Titel 2011 gekauft haben. Das zumindest sah ein türkisches Gericht als erwiesen an. Nun hat Ministerpräsident Erdogan interveniert, und der Fall wird neu aufgerollt.
Die Entscheidung des 13. Istanbuler Zivilgerichts, das Manipulations-Verfahren aus der Süperlig-Saison 2010/11 erneut aufzurollen, hat in der Türkei für grosses Aufsehen gesorgt. Spätestens mit der Absetzung der sogenannten «Sondergerichte» durch die Regierung Erdogan im Februar war die nun beschlossene Neuaufnahme des Prozesses gegen die bereits verurteilten Akteure des türkischen Fussballs aber nicht mehr überraschend. Wie das Gericht in Istanbul mitteilte, bleiben die Urteile gegen die Angeklagten rechtskräftig, die Gefängnisstrafen aber werden bis zum Ende der Neuverhandlungen ausgesetzt.
Gekaufter Titel?
Die Verurteilten, darunter Aziz Yildirim, der Präsident von Fenerbahce Istanbul, können sich nun neu verteidigen. Yildirim war zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Ihm wird die Bildung und Führung einer kriminellen Bande vorgeworfen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Fenerbahce den Meistertitel 2011 gekauft hat. Ein Revisionsgericht bestätigte diese Sichtweise, die sich auch die Uefa zu eigen machte, die Fenerbahce für mindestens zwei Spielzeiten aus allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen hat. Hoffnungen der Anhänger, der Klub könne nach der neuesten Entwicklung als gegenwärtiger Meister nun an der kommenden Champions League teilnehmen, entbehren aber jeder Grundlage, da die auch vom Internationalen Sportgerichtshof bestätigten Urteile rechtskräftig bleiben.
Anfang Juni erst verbannte die Uefa die türkischen Klubs Eskisehirspor und Sivasspor wegen deren Verwicklung in den Manipulationsskandal von der Teilnahme an der kommenden Europa League. Im neuen Prozess, so Beobachter, gehe es vor allem darum, Präsident Aziz Yildirim einen erneuten Gefängnisaufenthalt zu ersparen.
Worin die Grundlage für eine Neuverhandlung liegt, liess das Istanbuler Gericht im Ungefähren. Viele Beobachter sehen im Aufrollen des Prozesses einen politischen Akt. Fenerbahce und Yildirim haben sich im Verlauf des Skandals als Opfer einer politischen Verschwörung inszeniert. Genauso wie Ministerpräsident Erdogan, nachdem Ende vergangenen Jahres Korruptionsskandale gegen hochrangige Mitglieder der Regierung ans Licht gekommen waren. Äusserungen von Fenerbahce-Funktionär Mahmut Uslu im Januar suggerierten, Ministerpräsident Erdogan habe dem einflussreichen Klub und Yildirim versprochen, der Fall könne neu aufgerollt werden.
Der türkische Fussballverband ignorierte die Strafgerichtsurteile und behauptete, es hätten keine «erfolgreichen Manipulationen» stattgefunden. Handstreichartig änderte der Verband sogar seine Regularien, nach denen Vereine, die der Manipulation überführt werden, absteigen müssen. Bis heute wurde Fenerbahce der Meistertitel 2011 nicht aberkannt.
Trabzonspor wehrt sich
Gegen die Neuansetzung des Verfahrens wollen nun die Anwälte von Trabzonspor klagen, der Klub war 2011 Vizemeister. Trabzonspor arbeitet mit zwei Anwaltskanzleien aus der Schweiz zusammen und erhöhte jüngst den Druck auf Uefa und Fifa. Sollte der türkische Verband weiter nicht handeln, müsste die Uefa intervenieren. Laut einem Beschluss während des jüngsten Uefa-Kongresses in Kasachstan im März sei dies möglich, glauben die Juristen von Trabzonspor. Der Klub hat den Verband bei der Uefa wegen Untätigkeit angezeigt und droht damit, die Uefa zu verklagen, sollte der Kontinentalverband nichts in der Türkei unternehmen. Bis zum 17. Juli erwarten die Anwälte von Trabzonspor eine Entscheidung der Uefa.